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Wissenswertes zu Direktbeteiligungen

Als geschlossene Fonds bezeichnet man Beteiligungsgesellschaften, in welche Anleger mit Ihrem Kapital Anteile an einem Unternehmen bzw. einer Gesellschaft erwerben. In der Regel werden diese Gesellschaften als Kommanditgesellschaften (KG) oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) aufgelegt und die Anleger werden Kommanditisten bzw. Miteigentümer.


Meist werden diese Fonds zur Finanzierung von bestimmten Projekten aufgelegt. Für die Finanzierung dieser Projekte wird nur eine bestimmte Menge von Anteilen ausgegeben. Sind alle Anteile vollständig von Anlegern erworben, wird der Fonds geschlossen und keine weiteren Investoren mehr aufgenommen.

Geschlossene Fonds lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen, je nach steuerlicher Ausgestaltung oder nach der Art der Investiton.

Stehen die Investitionsobjekte – z. B. die Immobilien oder Windparks – in die das Geld der Anleger fließen soll, noch nicht fest, spricht man vom Blind-Pool. Besser ist es jedoch, wenn man genau weiß, in welche Objekte das Anlegerkapital investiert wird. So kann man sich beispielsweise schon vorher einen persönlichen Eindruck vom Bautenstand machen.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die steuerliche Ausgestaltung. Die meisten Fonds sind so ausgelegt, dass die Anleger Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 EStG erzielen. In seltenen Fällen gibt es auch sogenannte vermögensverwaltende Fonds. Abhängig vom Anlageobjekt erzielen diese z. B. sonstige Einkünfte nach § 22 EStG.

Umweltfonds Projekte (Windenergie, Solarenergie, Bioenergie) dienen der Umsetzung einer Vielzahl von Investitionsvorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien. Investitionen in diese Energien werden in vielen Fällen als geschlossene Fonds gestaltet. Zu den Umweltfonds zählen unter anderem:

  • Windfonds
  • Solarfonds (Solarthermie- und Photovoltaikfonds)
  • Bioenergie- und Biogasfonds

Bei Projekten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien erwirbt die Fondsgesellschaft meistens Nutzungsrechte an Grundstücken, die für die Projektrealisierung (Errichtung von Solaranlagen, Biogasanlagen oder Windparks) besonders geeignet sind. Auf diesen Grundstücken werden dann die Energieanlagen errichtet und der Anschluss an das Stromnetz hergestellt. Während der Nutzungsdauer der Energieanlage wird der erzeugte Strom eingespeist. Hier bietet das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für zwanzig Jahre eine gesetzlich geregelte feste Vergütung.

Über einen Leasingfonds werden kostenintensive Objekte finanziert. Dabei fungiert der geschlossene Fonds als Leasinggeber und stellt das in seinem Eigentum stehende Objekt dem Leasingnehmer entgeltlich zur Verfügung. Schwerpunkt der Konzeption des Leasingfonds und der Darstellung des Fondsprospektes ist dabei die Ausgestaltung des Leasingvertrags und die steuerliche Strukturierung der Beteiligung. Der Prospekt, der bei der BaFin zu hinterlegen ist, hat zudem die rechtlichen Verhältnisse zwischen Leasinggeber (Fonds) und Leasingnehmer zu erläutern. Insbesondere die vereinbarte Laufzeit des Leasingvertrags und die Bonität des Leasingnehmers sind von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg eines Leasingfonds.

Bei einem geschlossenen Fonds treten die Investoren mit ihrem Kapital einer Kommanditgesellschaft als Kommanditisten bei und sind gemäß den handelsrechtlichen Bestimmungen und den steuerlichen Grundsätzen an dem Unternehmen beteiligt. Neben diesen rechtlichen Grundlagen wird das Verhältnis der Initiatoren und Anleger wesentlich durch den Gesellschaftsvertrag bestimmt. Im Fondsprospekt werden die sich hieraus ergebenden Rechte und Pflichten detailiert erläutert.

Die Kommanditgesellschaft hat zwei Arten von Gesellschaftern: den oder die persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementäre), die unbeschränkt mit ihrem ganzen Vermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haften, und den oder die Kommanditisten (Anleger), die nur für den Betrag einer bestimmten Geldsumme – der Kommanditeinlage – haften. Die Höhe der Beteiligung des Kommanditisten wird als Haftungsbeschränkung im Handelsregister eingetragen.

Genau wie der Komplementär ist der Kommanditist grundsätzlich ein stimmberechtigter Gesellschafter und als solcher am Vermögen der Kommanditgesellschaft beteiligt. Der Anteil am Vermögen der Kommanditgesellschaft hängt von der Höhe der jeweiligen Beteiligung ab. Aus dem gesellschaftsrechtlichen Verhältnis entsteht für den Kommanditisten die Pflicht zur Erbringung der Einlage, mit der er gewisse Gesellschafterrechte, d. h. Vermögens-, Informations- und Kontrollrechte erwirbt. Teilweise Abweichungen von diesen Grundsätzen können im Gesellschaftsvertrag vereinbart werden. Sie sind im Verkaufsprospekt detailliert zu beschreiben.

 - Treuhänder

Der Anleger wird bei einem geschlossenen Fonds Vollgesellschafter der Emittentin. Zur Wirksamkeit seiner Haftungsbeschränkung ist die Eintragung im Handelsregister notwendig, wobei der Anleger dem Fonds eine notariell beglaubigte Handelsregistervollmacht erteilt. Werden Kommanditanteile im Rahmen eines öffentlichen Angebots platziert, ist dieses Verfahren wenig praktikabel. Es besteht die Möglichkeit, einen Treuhandkommanditisten als Handelsregistertreuhänder einzuschalten. Rechte und Pflichten zwischen Treuhänder und Anleger werden durch einen Treuhandvertrag geregelt, der Bestandteil eines Fondsprospektes ist. Der Treuhänder verwaltet alle Kommanditanteile im Namen der Anleger. Auf diese Weise werden die mit der Eintragung der einzelnen Kommanditisten verbundenen Kosten gespart. Zugleich wird durch einen Treuhänder die Durchführung von Gesellschafterversammlungen vereinfacht. Der Treuhänder kann die Anleger vertreten, in der Regel erteilen die Investoren dann Weisungen für eine Stimmabgabe.

- Mittelverwendungskontrolle

Bei der Auflage eines geschlossenen Fonds wird in der Regel ein Mittelverwendungskontrolleur bestellt. Er führt das Einzahlungskonto des Fonds. Die hierauf eingehenden Mittel werden nach festgelegten Kriterien freigegeben. Diese können sich bei feststehenden Anlageobjekten nach dem Projektfortschritt (z. B. Bauabschnitten) richten. Bei Blind Pool Konzeptionen erfolgt die Mittelfreigabe nach dem Vorliegen der festgelegten Investitionskriterien des Fondsprospektes. Die Einschaltung eines Mittelverwendungskontrolleurs sichert die zweckgebundene Verwendung des Beteiligungskapitals. Als Mittelverwendungskontrolleur werden in der Regel Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte bestellt. Die Rechte und Pflichten des Mittelverwendungskontrolleurs bestimmen sich nach dem Mittelverwendungskontrollvertrag.

Bei einem geschlossenen Fonds partizipieren die Anleger unmittelbar an den Erträgen der Emittentin (steuerliche Transparenz). Hieraus bestimmen sich auch die Steuern des Anlegers, also die Art seiner Einkünfte. Anleger erzielen grundsätzlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb, da ein geschlossener Fonds von der typischen gesellschaftsrechtlichen Struktur gewerblich geprägt ist. Wird diese gewerbliche Prägung ausgeschlossen, gibt es im Rahmen von Projektfinanzierungen durch geschlossene Fonds vielfältige steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten.

In Abhängigkeit von den Investitionsobjekten (z. B. Immobilie, Unternehmensbeteiligungen etc.) und der Fondskonzeption (Ausschaltung der gewerblichen Prägung) ist es möglich, die Beteiligungen auch aus Anlegersicht steuerlich zu optimieren. Je nach gewählter Fondskonstruktion erzielen die Anleger beispielsweise Einkünfte aus Kapitalvermögen oder aus Vermietung und Verpachtung. Das kann dazu führen, dass der Veräußerungserlös einer Fondsimmobilie nach einer entsprechenden Haltedauer von den Anlegern steuerfrei vereinnahmt werden kann.

Seit der Einschränkung der steuerlichen Verlustverrechnungsmöglichkeiten im November 2005 durch den Gesetzgeber werden keine Steuerstundungsmodelle mehr angeboten, sondern nur noch renditeorientierte Beteiligungen. Soweit während der Investitionsphase des Fonds sogenannte "Anlaufverluste" entstehen, können diese dennoch zu Steuerstundungseffekten aus Anlegersicht führen.

Geschlossene Fonds unterliegen grundsätzlich der allgemeinen Prospektpflicht. Der Fondsprospekt ist vor seiner Veröffentlichung bei der BaFin zu hinterlegen. Hier wird der Prospekt auf Vollständigkeit geprüft und gegebenenfalls die Veröffentlichung durch die BaFin gestattet.